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Grüner Stahl - Der Weg in die Zukunft

green steel

Juli 2022: Seit einiger Zeit wird der Begriff „Grüner Stahl“ in der Stahlbranche häufig gebraucht. Was aber genau „Grüner Stahl“ ist, wurde bis dato nicht genau und allgemeingültig definiert. Zur Zeit wird der Begriff für „CO2 arm produzierten Stahl“ gebraucht.

Die Stahlindustrie ist nach der Energiebranche einer der größten Verursacher des Treibhausgases CO2 in der EU und trägt somit auch zu einer schlechten CO2-Bilanz bei. Der Verbrauch an Kohle in den Hochöfen (pro Tonne erzeugtem Stahl entstehen ca. zwei Tonnen CO2) bei der klassischen und noch zu ca. 70% genutzten Hochofenroute (auch Primärroute), ist dafür die Hauptursache. Die Kohle ist aber ein essentieller Bestandteil, da sie erstens als Wärmeenergielieferant von ca. 2.000 Grad Celsius im Hochofen benötigt wird und zweitens, ist sie verantwortlich für wichtige chemische Prozesse bei der Roheisenherstellung.

Gemäß des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015, muss die Stahlindustrie bis zum Jahr 2030 den CO2-Ausstoß um ca. 30% senken und bis zum Jahr 2050 sogar Klimaneutralität erreichen. Es müssen also neue Wege der Stahlproduktion beschritten werden und die Stahlwerke sind mit hohem Engagement mit dieser Aufgabe beschäftigt.

Eine ‚bessere‘ Lösung für CO2 reduzierten Stahl im Vergleich zu der klassischen Hochofenroute, ist ein elektrisch betriebener Lichtbogenofen, bei dem recycelter Stahl mit Hilfe von Strom bei ca. 3.000 Grad Celsius geschmolzen wird. Das Verfahren vermindert deutlich den Einsatz an Kohle und somit auch den CO2-Ausstoß, wird allerdings zur Zeit noch mit Erdgas betrieben. Je mehr der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, umso geringer ist der CO2-Fußabdruck für den im Elektrolichtbogenofen produzierten Stahl. Diese Elektrolichtbogenroute wird bereits von vielen Herstellern genutzt, sie ist aber bei Weitem noch nicht soweit, der klassischen Hochofenroute Konkurrenz bei den produzierten Stahlmengen liefern zu können, da die Verfügbarkeit von Stahlschrott endlich ist und auch der Strom mittelfristig in der EU nicht zu 100% aus erneuerbaren Energien gewonnen werden kann. Die europäischen Stahlhersteller arbeiten daher an einer echten und zu 100% klimaneutralen Produktionsroute, denn die Zukunft des Stahls ist grün.

Die ‚beste‘ und einzig absolut CO2 neutrale Lösung für grünen Stahl ist grüner Wasserstoff als Basis – also mit erneuerbaren Energien erzeugtem und im Hochofen eingesetztem Wasserstoff. Dieses Verfahren nennt sich „Direktreduktion“. Bei der Stahlherstellung mit grünem Wasserstoff im Direktreduktionverfahren, fällt gar kein klimaschädliches CO2 an, sondern reiner Wasserdampf, der sogar noch als Wärmeenergie genutzt werden kann. Bis dahin ist es noch ein langer, kostenintensiver und komplizierter Weg, auf dem noch viele Herausforderungen (z.B. Produktion von ausreichend grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse; Strommengen aus erneuerbaren Energien; technische und wirtschaftliche Infrastrukturen etc.) bewältigt werden müssen.

Bei SSW Stahl-Service Westhoff achten wir schon länger darauf einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen. So haben wir bei diversen Stahlherstellern bereits die ersten Mengen CO2 reduzierten Stahl bestellt, der in Kürze aus Lagerbestand verfügbar sein wird. Ebenfalls beachten wir bei der Auswahl unserer Stahllieferanten auch ökologische Gesichtspunkte wie beispielsweise die geografische Lage der Hüttenwerke, die fast ausschließlich in der EU liegen. Zusätzlich kann nach dem Umzug des Hauptstandortes von Herdringen nach Ense das gesamte Verwaltungsgebäude über eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage versorgt werden und nahezu autark, ohne Zukauf von Strom eines externen Versorgers, betrieben werden. Auch unsere große Produktionshalle ist komplett mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Unsere Ladestellen für Elektro- und Hybridfahrzeuge werden nahezu ausschließlich mit Solarenergie versorgt.

Wir stellen bei SSW an möglichst vielen Schräubchen, wie z.B. durch mehr Digitalisierung ein ‚papierarmes Büro‘ zu gewährleisten; durch ein nachhaltiges und umweltfreundliches Lichtkonzept in Produktion und Verwaltung; durch E-Bike-Leasing Förderung, den Weg zum Arbeitsplatz klimaneutral zurückzulegen und vieles mehr, um unsere Umwelt zu schützen.